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Zerrüttetes Vertrauensverhältnis oder zerdeppertes Porzellan?

Die Deutsche Bischofskonferenz meldet am 09.01.2013, sie sehe sich gezungen, „den Drittelmittelvertrag mit dem KFN (Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.) aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung zu kündigen und die überzahlten Forschungsfördergelder zurückzufordern“. Als Grund nennt die Pressemeldung, „das Vertrauensverhältnis zwischen dem Direktor des Instituts (Prof. Dr. Christian Pfeifer) und den deutschen Bischöfen sei zerrüttet“. Eine Erklärung zur Ursache der Zerrüttung gibt es nicht.

Der ZpV hat in einer Presseerklärung vom 02.12.2011 vor der Durchführung dieses „Forschungsprojektes“ gewarnt. Zum einen ging es ihm um die Verletzung von datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Ob hier mit Prof. Pfeiffer kein Konsens erzielt werden konnte, geht aus der Pressemeldung der DBK nicht hervor.

Zum anderen wies der ZpV auf die Finanzierungsproblematik hin. Immerhin sieht sich die DBK laut ihrer Pressemeldung veranlasst, „überzahlte Forschungsfördergelder zurückzufordern“. Die DBK ist also in Finanzierungsvorlage getreten. Dies ist ein gelinde gesagt unverantwortlicher Akt gegenüber den Kirchensteuerzahlern, weil die Finanzierung von Forschungsprojekten dem Canon 222 § 1 des Kirchenrechtes widerspricht. Dies fällt voll in den Verantwortungsbereich der DBK.

Wenn der DBK so sehr an der „kriminologischen Erforschung des Themas sexueller Missbrauch Minderjähriger im kirchlichen Bereich“ gelegen ist, dann steht es ihr frei, dieses den Katholischen Fakultäten der Universitäten als Forschungsthema mit dem Ziel der Promotion anzubieten. Dies würde den Kirchensteuerzahler fast nichts kosten, und die Verantwortlichen im kirchlichen Bereich müssten kein kriminologisches Institut damit beauftragen, das mit publizistischem Aufwand zeitgeistige Medienberichterstattung betreibt, die von den Medien zum Schaden für die Kirche ausgeschlachtet wird.

In seiner Presseerklärung vom 02.12.2011 forderte der ZpV die Bischöfe auf, „Zusage und Auftrag zu dem Forschungsprojekt sofort zurückzuziehen“. Der ZpV fordert die Bischofskonferenz erneut auf, von jedem finanziell aufwendigen „Forschungsprojekt mit anderen Partnern“ Abstand zu nehmen, die Persönlichkeitsrechte aller Betroffenen datenrechtlich zu schützen und nicht weiterhin dazu beizutragen, dass in der öffentlichen Wahrnehmung aus sehr bedauerlichen, aber de facto aus Jahrzehnten zusammengetragenen Einzelfällen ein angebliches Grundproblem des zölibatären katholischen Klerus konstruiert wird.

Bonn, 09.01.2013

V.i.S.d.P. Reinhard Dörner, Vorsitzender



ZPV 20.08.2017
http://papsttreue-vereinigungen.de/erklaerungen.php?datum=9.1.2013_1