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Tu es Petrus!
Der angekündigte Rücktritt Papst Benedikt XVI.

Als Pius IX. 1846 gewählt worden war, ließ der hl. Johannes Bosco nicht zu, daß man „Es lebe Pius IX.!“ rief, sondern befahl seinen Jugendlichen zu rufen: „Es lebe der Papst!“ Als man ihm vorhielt, Pius IX. sei doch Papst, erklärte er den Unterschied: „Ihr habt recht, denn ihr seht über den buchstäblichen Sinn der Worte nicht hinaus. Es gibt aber genug Leute, die den Herrscher Roms vom Papst trennen wollen, die unterscheiden zwischen der von Gott übertragenen Würde und deren menschlichem Träger. Man lobt die Person, ich sehe aber nicht, daß man dem Papst, d.h. der Würde, die er bekleidet, Ehrfurcht erweist. Wollen wir sicher gehen, dann laßt uns rufen: Es lebe der Papst!“ Zu jener Zeit war der Papst noch Herrscher des Kirchenstaates.

Jeder Rücktritt ist mehr oder weniger eine Zäsur in der Geschichte der betroffenen Institution, erst recht, wenn sie sich wie jetzt völlig unerwartet ereignet, zumal in der Kirchengeschichte erst einmal ein Papst zurückgetreten ist. Vielen Stellungnahmen merkt man die Unbeholfen- und Ungewohntheit an, etwa im Stil „De mortuis nihil nisi bene!“ Anderen Äußerungen ist klammheimliche Freude herauszuhören, daß man diesen „Moralprediger“ endlich los ist. Dies reicht sogar bis in kirchliche Kreise hinein. Zu viele warten darauf, die Kirche endlich nach ihren Vorstellungen ummodullieren zu können. Ihnen müßte man erst recht zurufen: „Es lebe der Papst!“

Menschen, die von der Sorge über den Bestand des Glaubens und der Morallehre der Kirche - des depositum fidei - erfüllt sind, trifft die Rücktrittsankündigung schmerzlich. Wird sich die verheißungsvoll angekündigte Wiederherstellung der Kirche nun verzögern oder gar ins Gegenteil verkehren? Wird sich der „Geist des Konzils“ verselbständigen und seine zerstörerischen „Reform“-ansätze so betonieren, daß Liturgie, Glauben und Apostolat der katholischen Kirche nicht wiedererkennbar sein werden?

Wer so denkt und fürchtet, denkt nicht daran, daß der Herr selbst seiner Kirche dauerhaften Bestand verheißen hat. Ein Träger der Verheißung - „Dir werde ich die Schlüssel des Himmelreiches geben“ - tritt nun von der Bühne ab. Seine Schriften und Lehren gehören zum Urbestand der katholischen Lehre, eben des depositum fidei. Seine unermüdliche Arbeit im Weinberg des Herrn wird ihre Früchte tragen, und seine Lehren werden mögliche Umstürzler in der Kirche immer wieder an ihre Verantwortung vor Gott und den Seelen erinnern. Sein Mut, sich dem Zeitgeist entgegenzustellen, wird der Stachel im Fleisch derer sein, die „eine andere Kirche“ wollten und wollen. So hat der Geist Gottes gegen den „Geist des Konzils“ wieder einmal bewiesen, daß er der Lenker der Kirche ist. „Der Helfer aber, der Heilige Geist, … wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ Wer will bezweifeln, daß unser Papst herausragendes Werkzeug des Heiligen Geistes war?

Darum: „Es lebe der Papst!“

Bonn, 11. Februar 2013, am Fest der Erscheinungen der Jungfrau Maria in Lourdes

V.i.S.d.P. Reinhard Dörner, Vors.



ZPV 25.05.2017
http://papsttreue-vereinigungen.de/erklaerungen.php?datum=11.02.2013