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Presseerklärung zum „Fall Canisius-Kolleg“

Daß der Jesuiten-Schulleiter P. Klaus Mertes Jahrzehnte nach dem Kindesmißbrauch in die Öffentlichkeit geht, scheint eher der Selbstdarstellung dieses Mannes zu dienen, als einen Beitrag zur Aufklärung von Schandtaten zu liefern. Die Staatsanwaltschaft sollte prüfen, ob sich Klaus Mertes dadurch mitschuldig gemacht hat, daß er diese Informationen erst jetzt publik macht.

Nach Informationen der KNA sind die beiden infrage kommenden Männer seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr im Orden der Jesuiten, „das Canisius-Kolleg hatten sie bereits Anfang der 80er Jahre verlassen“.

In der gleichen KNA-Meldung bestätigte der Jesuiten-Provinzial Stefan Dartmann, daß er „Ende 2006“ von Klaus Mertes „über «entsprechende Signale Bertroffener» informiert worden sei“.

Die Frage ist, was Klaus Mertes dazu veranlaßt, (erst) jetzt in die Öffentlichkeit zu gehen. Haben die Jesuiten so viel Prestige-Verlust erfahren, daß sie sich auf eine solche Weise kämpferisch-selbstbewußt geben müssen, oder ist es wirklich nur eine Einzelaktion des Herrn Mertes? Wie weit hat er sich innerlich schon von der katholischen Kirche entfernt, daß er den Arbeitskreis engagierter Katholiken (AEK) in der CDU vehement kritisieren zu müssen glaubt? Sieht er im AEK die Gefahr, daß überzeugte Katholiken für die gut begründete Morallehre der Kirche eintreten? Der Geist des „C“ in der CDU „hänge mit überkonfessionellen Einsichten zusammen, die im Widerstand gegen die totalitären Ideologien sichtbar geworden seien“ (Die Tagespost, 21. Januar 2010). Die Disparität in vielen Bereichen zwischen Katholiken und Protestanten, die sich ihrerseits in einem eigenen Arbeitskreis in der CDU organisiert haben, will Mertes offensichtlich nicht wahrhaben.

Auf jeden Fall ist Klaus Mertes seinerseits eine schillernde Persönlichkeit. Laut Kath.net/KNA vom 31. Januar 2010 behauptet Mertes: „Die Kirche leidet an Homophobie“. Wohl um der Öffentlichkeit das Gegenteil zu beweisen, zelebrierte er mit dem evangelischen Pfarrer Bertram Althausen von der Hoffbauer-Stiftung in Hermannswerder zum Christopher-street-day der Homosexuellenbewegung einen ökumenischen Gottesdienst in der Friedenskirche, so daß „die Gottesdienstbesucher von der abschließenden Fürbitte von Pater Klaus besonders ergriffen waren“ (Quelle: GayBrandenburg.de). Der Inhalt dieser Fürbitte wurde der Öffentlichkeit leider vorenthalten.

Bonn, 1. Februar 2010

Reinhard Dörner, Vorsitzender